Wie jetzt...?

... in diesem Blog steht der ganze Unsinn, der einer bunten Kuh so einfällt, während sie auf ihrer Weide steht. Hier

gibt es "unspielbare" Szenen aus dem Kaschperltheater, farbenfrohe Streitgespräche zwischen mir und 19 (!) Alter Egos,

jede Menge Kaffeepausen und anderen Quatsch. Kreuz und quer durcheinander und ohne künstlerischen Anspruch.

15.11.17


Guten Morgen.
Gestern hab ich gelernt, wie man Papiersterne faltet und schon heute weiß ich nicht mehr, wie das geht. Davon abgesehen habe ich einen Strafzettel bekommen, weil ich an der Parkscheibe eine falsche Zeit eingestellt habe (meine Rückkehr-Zeit, nicht meine Ankunftszeit). Ich hab einen Ohrring irgendwo verschusselt und finde meine Socken nicht.
Ich glaub, ich sollte mir vom Doktor Plemmplamm mal das Hirn durchleuchten lassen.

Über Ihren zerebralen Zustand maße ich mir schon länger keine Meinung mehr an, aber was das Origami angeht, so kann ich sie beruhigen: der weltweite Origami-Day war bereits am elften Elften und somit haben Sie jetzt fast ein Jahr Zeit, Ihre diesbezüglichen Fähigkeiten zu verbessern.

Zum Frühstück ess ich auch voll gern so Zerebralien. Am liebsten Honigsmacks.

Nein, Linus - darüber haben wir gesprochen, weißt du noch? Solche Frühstücksflocken sind Süßigkeiten, kein gesundes Essen. Das gibt es bei uns nicht. Möchtest du ein bißchen Quark zu deinen Gurkenscheiben und dem guten Dinkel-Vollkornbrot, von dem du groß und stark wirst?

Ouuuh Mann, könnt ihr mal ein bißchen leiser sein? Ich habe Halsweh (krächz) und Husten (huuust) und Schnupfen (rotz) und brüte irgendwas aus. Also nehmt bitte Rücksicht, ja?

... und schauts vor allen Dingen mal auf die Uhr - ihr spinnts doch alle!

Und damit herzlich willkommen im Mittwoch. Das kann so ein Tag werden... (seufz)

05.11.17

Was für ein Kaschperltheater!

... der Tuppertraum jeder
hochstapelnden Hausfrau


... und das ist wörtlich zu verstehen, denn hier kommt wieder ein Kracher aus der Reihe meiner Theaterstücke, die nur virtuell funktionieren und sich nicht "in echt" spielen lassen.


Ob das ein Fluch oder ein Segen ist, möge die Nachwelt entscheiden.


Die Tupperparty (Teil 1)


(Vorhang auf)

Es ertönt die übliche, nervtötende Kaschperltheatermusik: Tri-tra-trullallaaa… ♫

Wir befinden uns in der gemütlichen Wohnküche vom Kaschperl seiner Großmutter. Es ist Donnerstagabend, kurz nach sieben. Auf dem altmodischen „Biffeh“ stapeln sich unzählige Plastikdosen in allen Größen, Formen und Farben – jawollja, es ist Tupperparty!

Frau Dattelhuber, die „Tupperliese“ (baut mit rotem Gesicht die letzten Dosen zu einem weiteren Türmchen auf und stapelt daneben die Bestellformulare)

Großmutter (schneidet den Streuselkuchen für die Gäste in mundliche Häppchen)

Gretel (übergibt sich nebenan geräuschvoll und verflucht zwischendurch ihre Schwangerschaft mit unfeinen Kraftausdrücken)

Kaschperl (lungert im Wohnzimmer rum und tut so, als würde er fernsehen, dabei hat er die Lage und den Knabberkram auf dem Tisch genau im Blick. Auf ein energisches Zeichen aus der Regie – einen gepflegten Rempler, um genau zu sein – rauscht er auf die Mitte der Bühne und legt los)

Kaschperl Servus, Kinder – seids ihr alle daaa?

die Kinder (sitzen oben vorm PC und haben Kopfhörer auf)

Kaschperl (unbeeindruckt) Ja, des is prima, weil ich bin nämlich auch da. - Aber nicht mehr lang, ich schleich mich gleich wieder ins Wohnzimmer, weil die Großmutter kriegt gleich ganz viel Besuch und die Frau Dattelhuber will dann die ganzen Doserln und Flascherln und Schüsseln verkaufn, wo sie da mit’bracht hat. Und wenn die Gäste ganz viel davon kaufn, kriegt die Gretel ein schönes Geschenk und…

Gretel (aus dem Off) Halt die Fresse, das geht kein’ was an! (würgt erneut)

Großmutter A geh, die Gretel kriegt ein Geschenk? Warum denn? Hat sie Geburtstag oder is schon wieder Weihnachtn?

Tupperliese Ja, Frau Großmutter, das ist bei uns immer so: die Gastgeberin bekommt ein Geschenk und laut meinem Auftrag sind Sie… äh… also… ich seh gerade, da stimmt wohl was nicht, denn da steht die Gretel als Gastgeberin drauf.


Gretel (würgt aus dem Off) Des is schon ganz richtig so, ich hab ja gar kein Platz für so viele Leute (leiser) und kein’ Bock auf die ganze Arbeit…

Großmutter Ja, wenn des so is… dann hoffen mir jetz, daß die Gäste bald kommen, denn wenn der Streuselkuchen noch lauwarm ist, schmeckt er am besten.

Kaschperl (hoffnungsvoll) Darf ich probiern?

Großmutter Nein. Du kriegst nachher was, wenn noch was übrig is. Und jetz geh in’ Flur und mach die Haustür auf, wenn die Leut kommen. Und pass auf, daß dein Dinosaurier nicht reinkommt, der macht immer so eine Unordnung, wenn er mit seinem langen Schwanz alles runterschmeißt und mit seinem langen Hals an der Lampe hängenbleibt!

Kaschperl (schmollend ab)

Tupperliese (vom Aufbau etwas außer Atem) Wer kommt denn heute Abend alles, Frau Großmutter?  

Großmutter Also wenn ich kein’ vergessn hab, bin ich da – und die Gretel auch, wenns dann amal fertig ist mit Spucken. Dann kommt noch as Schneewittchen, der königliche Hofkoch ausm Schloss, die Almut (wahrscheinlich hat’s auch wieder ihren siebengscheitn, saufrechn Linus im Schlepptau), die Frau Gründaum vom Markt, die gute Fee, der Metzgermeister Hackebeil und as Rotkäppchen. (überlegt) Ja, ich glaub, des warn alle.

Tupperliese Gut, dann brauchen wir also erst einmal die Geschenke für die Gäste, weil die bekommen heute alle unser kleines Feinschmeckerl (hebt freudestrahlend eine kleine Plastikdose mit Deckel hoch) und weil wir einen Sortimentswechsel haben, kann ich ihnen das in blau und in rot anbieten.

Großmutter Ich hätt des Doserl ja lieber in grün…

Tupperliese Das ist gar kein Problem, dann bestellen sie einfach das Feinschmeckerl-Dreier-Set zum Vorteilspreis von neunzehnfünfundneunzig und dann habenS auch noch ein grünes Doserl dabei (jubelt) das ist doch super, oder? So günstig kriegenS das nur heute und nur bei mir!


(mittlerweile sind fast alle Gäste eingetroffen und sitzen plaudernd um den Küchentisch herum, während die Tupperliese mit strengem Blick noch einmal ihr kunstvoll arrangiertes Sortiment mustert)

(der Kaschperl mustert den Streuselkuchen, kassiert dafür seinerseits einen strengen Blick von der Großmutter und zieht sich ins Wohnzimmer zurück)

Tupperliese Kann’s losgehen?

Großmutter Gleich, gleich… (lauter) Gretel, speib di zamm, mir wolln anfangen! (zur Tupperliese) As Rotkäppchen fehlt noch, aber die find’t an Weg öfter ned, weils zwischendurch immer noch Blumen pflückt und mitm bösn Wolf rumhängt. Auf die wart’ma nicht.

Tupperliese Also dann… guten Abend, meine Damen und Herren, ich darf mich kurz vorstellen…

Almut Ja, Linus, das ist die Frau Dattelhuber. Die kennst du. Möchtest du dir den Katalog anschauen?

Gretel (kommt aus dem Bad und wischt sich mit dem Handrücken den Mund ab) Könnts ihr ned wartn?


(in der Zwischenzeit ist auch das schwer beschwipste Rotkäppchen eingetroffen, nachdem es zusammen mit dem bösen Wolf den Kuchen gefressen und den Wein getrunken hat, den ihr die Mutter mitgegeben hatte)

(die Tupperliese steht neben dem Turm aus Plastikpöttchen und hält gerade ein rotes, nierenförmiges Gefäß in die Höhe)

Tupperliese Und wissen Sie, was das ist, liebe Gäste?

(verwirrtes Schweigen, sogar der vorlaute Linus sagt nix, weil er unterm Tisch damit beschäftigt ist den Fußboden mit Wachsmalkreiden zu verschönern)

Tupperliese (jauchzend) Das ist unser Micro-Mini, da kann man super ein Omelett drin machen oder wenn mal ein Besuch kommt, einen kleinen Kuchen, superschnell in der Microwelle, superlecker…

Großmutter (skeptisch) Ein Omlett aus der Plastikdosn? Und was is des für ein Schmarrn, was isn „ein kleiner Kuchen“? Mit am kleinen Kuchn brauch ich gar ned erst anfangen, weil der Kaschperl und der Seppel allein schon ein halbes Blech wegfressn, wenn ich ned hinschau (lauter, strenger und ohne den Kopf zu drehen) und ich schau ned hin, aber ich seh dich ganz genau, Bursche!

(der Kaschperl bricht seinen Angriff auf den Streuselkuchen ab und schleicht sich so unauffällig wie möglich zurück ins Wohnzimmer)

Maître Eine Omelette aus der Mircowellä? Mon dieu, das ist einä schlimmä Sündä!

Almut Der Linus verträgt Eier ja nicht so gut und wegen der schädlichen Strahlung haben wir außerdem gar keine Microwelle daheim. (versöhnlich) Aber die Farbe von dem Ding ist hübsch, gell, Linus?

Schneewittchen Gibt es einen Rabatt, wenn ich sieben von diesen Dingern kaufe und gibt’s die in verschiedenen Farben, sonst geht wieder das Geplärr los „jemand hat aus meinem Micro-Chef gegessen“?

Tupperliese Also ich kann mal nachschauen, ob ich aus dem Sommer-Sortiment noch welche in blau hab, aber versprechen kann ich es nicht. Ansonsten nur rot.

Metzgermeister Roud is oiwei guad, do siechtma as Bluad ned a so, wenns wieda a rechte Sauarei gibt, wemma si in Finga schneid - hahaha! (lacht dröhnend, aber allein)


(die Tupperliese hält ein durchsichtiges Döschen in die Höhe, an dessen Deckel ein Griff mit einer Strippe befestigt ist, und imitiert das Anlassen eines antiken Rasenmähers, indem sie mehrfach an der Strippe zieht)

Tupperliese Da schaunS her, das ist der Schnippi, mit dem können Sie blitzschnell Zwiebeln in Würferl schneiden und je öfter Sie an der Schnur ziehen, desto kleiner werden natürlich die Würferl, ohne Tränen, ruckizucki…

Frau Gründaum Aber bevor ich die Zwiebel damit würfeln kann, muß ich sie zuerst schälen und halbieren… oder besser vierteln, weil so groß ist der Schnippi ja nicht. Und wenn ich das Messer dann schon in der Hand und das Schneidbrett vor mir liegen hab, kann ich die Zwiebel auch gleich ganz hacken.

Tupperliese (tapfer lächelnd) Aber halt nicht so fein und nicht so schnell, gell? Und unser Schnippi kann ja auch noch was anderes würfeln, des geht auch mit Nüssen und Karotten und Schokolade fürs Backen! Das geht kinderleicht.

Almut Linus, möchtest du das mal ausprobieren? – Gell, das darf er doch?

(Linus krabbelt unter dem Tisch hervor, grabscht sich das kleine Gerät und zieht mit aller Kraft an dem kleinen Griff mit der Schnur. Es macht „trrr-trrr-trrr“ und die Zwiebeln werden blitzschnell in kleine Würfel gehackt)

Tupperliese (triumphierend) Sehen Sie? Ruckizucki mit unserem Schnippi, aktuell im Angebot für nur (schielt auf die Preisliste) siebzehnfünfzig – und wenn Sie ihn zusammen mit dem Kartoffelschälmesser bestellen, kostet er sogar nur fünfzehnsiebzig!

(in der Zwischenzeit zerrt der Linus in einer Tour weiter an der Strippe, „trrr-trrr-trrr“ – und die Zwiebeln im Behälter haben sich mittlerweile in Schleim verflüssigt)

Tupperliese Ja, schön machst du das. Und jetzt gib es mir bitte wieder, bevor…

(der Linus zerrt weiter wie ein Berserker am Griff, die Zwiebeln haben sich atomisiert, es macht „trrr-trrr-trrr-KRRRK“ und die Strippe reißt)

Almut (lachend) Hoho, du bist ja so stark, Linus! (zur Tupperliese) Das ist aber nicht sehr stabil, oder?

Tupperliese Das ist ja auch nicht für Kinder gemacht, es genügt normalerweise, wenn man zwei- bis dreimal dran zieht und schon sind die Zwiebeln gewürfelt.

Almut Und wie lang ist da Garantie drauf?

Tupperliese Wie bei allen unseren hochwertigen Qualitätsprodukten natürlich ein Leben la… (wirft einen Blick auf Linus, der die abgerissene Schnur noch immer in der geballten Faust hält und die Dose zornig auf den Boden schmeißt, woraufhin sich das Zwiebelpüree über sein Fußbodengemälde ergießt) … vier Wochen.

Gretel A propos „Garantie“: ich hätt da was zum Umtauschn.

Tupperliese Das machen wir dann, wenn ich mit der Präsentation fertig bin. Ich hab Ihnen ja noch gar nicht unsere neue Tortenflunder gezeigt, die so heißt, weil sie so flach ist, aber man kann sie auch mit einer einzigen Drehung höher machen, damit auch mal eine große Torte darin Platz hat, sehen Sie?

(unter dem Oooh! und Aaah! der Gäste verwandelt sich eine flache Tortenhaube in eine hohe Tortenhaube)

Großmutter Des is amal praktisch, (überschlägt kurz im Kopf) da bring ich anderthalb Blech Streuslkuchn rein – und du gehst sofort da weg, Kaschperl!

(der Kaschperl bricht seinen Angriff auf den Streuselkuchen ab und schleicht sich so unauffällig wie möglich zurück ins Wohnzimmer)

Metzgermeister Des is grouß gnua fiaran ganzn Schweinskopf mitsamt die Ohrn, wos? Des gfoid ma fei sakrisch guad!

Rotkäppchen Dassis (hicks) aber viel ssu groß für mein’ Korb, wennich (hicks) der Großmutter damit Kuchen und (hicks) Wein bringsoll…

Tupperliese Dann drehen Sie einfach hier am Griff und schon haben Sie wieder eine flache Tortenhaube (jubiliert) ist das nicht uuunglaublich? Unsere neue Torten-Wunderflunder… und sie glitzert sogar!

gute Fee Oh, Verzeihung. Da ist mir wohl was ausgekommen.

Tupperliese Nein, das ist im Material drin, sehen Sie?

(die Gäste machen wieder Oooh! und Aaah!, der Linus verschmiert den Zwiebelmatsch unter dem Tisch mit den Wachsmalkreiden und der Metzgermeister rückt dem drallen Rotkäppchen auf die Pelle)


(die Tupperliese jongliert mittlerweile mit kleinen Boxen, die wie russische Puppen in immer größere Boxen passen – als Box in der Box in der Box)

Tupperliese … und wenn Sie da kein Essen reintun wollen, können Sie auch zum Beispiel für den Urlaub die kleinen Sachen reinpacken, die man so braucht, die Nagelschere und die Wattestäbchen und dann können sie die kleinen Dosen in die große Dose packen und die gibt es dann in blau und – limitiert – auch in gelb, aber nur bis nächsten Mittwoch. (vertraulich) Ich hab da immer die ganzen Ladekabel drin, weil dann sind die gut aufgeräumt…

Großmutter … und bleiben schön frisch, gell?

Tupperliese Äh… ja, genau. Und diese Boxen sind natürlich auch sehr praktisch für die Brotzeit im Kindergarten, weil da kann man in eine ein paar Weintrauben reintun…

Almut … die mag der Linus nicht…

Tupperliese … oder mal ein Stück Apfel…

Almut … die verträgt der Linus nicht…

Tupperliese … und das Brot ist dann in der anderen Dose und weicht nicht auf.

Almut Der Linus bekommt kein Brot mit in den Kindergarten, sondern bioketogenvegane Karotten-Dinkelstangen.

Tupperliese (tapfer lächelnd) Und zu diesen Leckerschmeckerboxen passend haben wir hier die Trinkflaschen: einmal ein Hündchen und einmal ein Kätzchen, beide mit Schraubverschluss…

Almut … den kriegt der Linus nicht auf…

Tupperliese … oder wahlweise mit Schnappverschluss.

Almut … der dann aufgeht und den ganzen Rucksack mit Wasser überflutet. Aber nur bei den gescheiten Kindern, gell, Linus? Weil die dummen Kinder, die haben Apfelschorle und Tee dabei, aber das ist nicht gut für die Zähne.

Tupperliese Frühstücksdosen und Trinkflasche gibt es zusammen im Spar-Set für nur (schielt auf die Preisliste) neunzehnachtzig, aber dafür mit lebenslanger Garantie.

Gretel A propos „Garantie“: ich hätt da was zum Umtauschn.

Tupperliese Ich hab Ihnen doch gesagt, das machen wir nachher. Jetzt kommen wir erstmal zu unseren neuen Silikonbackformen und den Vorratsdosen, die im neuen Sortiment (jauchzend) lila sind. Ist das nicht super?


(die Tupperliese hat ein paar Dosen verteilt, die von den Gästen auf- und zugemacht werden dürfen, während alle andächtig dem luftdicht versiegelnden „Pffft“ lauschen)

Tupperliese … und wenn Sie dann mal Reste haben, können Sie die da reintun, die Luft rausdrücken und ab in den Kühlschrank damit. Darin hält sich alles…

Großmutter (verwirrt) EntschuldigenS, Frau Dattelhuber, aber was sind „Reste“?

Gretel Geh, Großmutter – frag doch ned so saudumm, des is, wenn vom Essn was übrigbleibt und… (Seitenblick auf den Kaschperl, der sich unauffällig zentimeterweise an den Streuselkuchen heranprischt) oh, stimmt ja: des kennst du ned!

... Fortsetzung folgt

04.11.17

Kalbshirn muß man mögen (Folge 217)

... da sind die Blagen endlich groß genug, um selbständig zum Getränkemarkt zu fahren und (unter anderem) Bier kaufen zu können.
Und dann kommen sie zurück mit alkoholfreiem Weißbier. - Ich bin von Amateuren umgeben!

28.10.17

Es herbstelt


Das Wetter wird demnächst hübsch hässlich werden, darum bin ich als kluge Gemahlin mit Herrn Kuh schon seit dem frühen Morgen draußen, um den Garten "winterfest" zu machen (und bei der Gelegenheit eine olle Hortensie zu fällen, diverse Topfpflanzen von der Terrakottaterrasse zu entsorgen und Laub zu rechen. Viel Laub).

Der wackere Don Kuh-Jote kämpft gegen den Wind und die Blätter und ich verkneife mir das Lachen. 

Und weil ich außerdem eine kluge Mutter bin und kluge Kinder habe, hab ich zwischendurch die faule Brut aus den Betten gejagt und sie mit sanfter Gewalt dazu gewzungen, dem lieben, guten Pappi bei der Gartenarbeit zu helfen.

Jetzt blödeln sie zu viert da draußen rum und ich kann mich ausruh... um die Küche kümmern.







Und die Vögel des Himmels können ab heute wieder auf einen Snack vorbeikommen. Es gibt außerdem Gratis-Drinks und feine Meisenknödel to go.

19.10.17

Gedankenlos - wenn Deppen parken


Es gibt fast nichts, was meinen Kreislauf vor sechs Uhr morgens so gut in Schwung bringt wie eine Runde gründlich ÄRGERN. Heute gab es nämlich eine weitere Folge aus der in unserer schmalen Vorstadtstraße sehr beliebten Serie „Gedankenlos – wenn Deppen parken“.

Neben einer sehr engen Garageneinfahrt (die deutlich als solche gekennzeichnet ist) und neben einem eher kleinen Opel Corsa hat heute ein eher großer Transporter mit Rosenheimer Kennzeichen eine Rolle in diesem Fortsetzungs-Dramolett gespielt.

Es war sehr mühsam, mein eigenes Auto schadlos an dem saudumm abgestellten Fremdvehikel vom Hof zu bekommen und als ich endlich draußen war, war ich auf 180… und das in einer 30er-Zone!

Wie so oft frage ich mich, was in den Köpfen mancher Verkehrsteilnehmer vor sich geht, wenn sie ihre Fahrzeuge parken.

Hier ein paar Higlights aus den bisherigen Folgen von „Wenn Deppen parken“:

(eine Fortsetzung folgt vermutlich bald, wollen wir wetten? Gnampf… )

25.09.17

... was für ein Theater!

Wörtlich und im übertragenen Sinn, denn ich habe dem Theater-Blog nebenan ein neues Styling verpasst (und dem Kaschperl ein paar dezentere Farben gegönnt).
Das Gruppenbild mit Maus sieht jetzt so aus:



19.09.17

Die schönen Seiten des Älterwerdens








D'Oma Rosa hod gmoant:
älter wern is nix für Feigling',
aba sie is' fast hundert Jahr alt g'worn...


... und damit kommen wir zu den schönen Seiten des Älterwerdens, denen ich vorhin nachgespürt habe, nachdem ich von Ines Meyrose darauf aufmerksam gemacht wurde.
Mal sehen, da muß es doch ein, zwei coole Sachen geben...

Die beste Sache am Älterwerden ist die zunehmende Gelassenheit. In meiner hauseigenen Sorgenmacherei (im Oberstübchen links, hinter der Denkfabrik) wird schon jetzt weniger gearbeitet als früher.

Natürlich mache ich mir nach wie vor Sorgen, aber ich habe im Lauf der Jahre gelernt, sie so lange von verschiedenen Seiten zu betrachten, bis sie ihren Schrecken verlieren – oder bis es mir schlicht zu lästig wird, mich damit zu befassen.

Nachdem ich eine Reihe von kleinen, mittleren und großen Katastrophen „durch“ habe, versetzt mich so schnell nichts mehr in Panik. Nein, tatsächlich auch der Tod nicht, sofern es sich dabei um meinen eigenen handelt. Der gehört schon immer zu meinem Leben und je älter ich werde, desto weniger fürchte ich ihn. Er weiß das.

Mit dieser wachsenden Gelassenheit verschwindet langsam auch das unangenehme Gefühl, daß ich persönlich an allem schuld bin, was auf diesem Planeten schiefgeht: wegen mir (und weil ich gestern aus Versehen den Biomüll in die Restmülltonne gepackt habe) geht die Welt nicht unter.

Zusammen mit der Gelassenheit wächst mit dem Alter auch das Selbstvertrauen. Ich weiß mittlerweile, was ich kann und ich weiß, wie ich es zum Vorteil aller Beteiligten einsetzen kann – sei es durch körperlichen Einsatz, sei es durch geistigen Beistand. Und wenn ich etwas nicht kann, habe ich keine Angst mehr davor, jemanden um Hilfe zu bitten oder um Rat zu fragen.

Die zweitbeste Sache am Älterwerden ist der Blick auf meine Kinder, der mit jedem Tag meines/ihres Lebens detaillierter wird. Ich habe drei sehr  bemerkenswerte Menschen in die Welt gesetzt, die gerade ihre eigenen Wege finden. Es hat sich gelohnt, ihnen zu helfen, wo es nötig war - und genau so gut war es, sie ihre eigenen Fehler machen zu lassen. Je älter sie werden, desto ruhiger werde ich, was ihre Zukunft angeht. Die kriegen das schon hin, irgendwie. Sie kommen nach mir.

Ebenfalls schön, aber in meinem Fall nicht unbedingt ans Älterwerden gekoppelt, ist eine zunehmende Un-Eitelkeit. Meine Haare werden grau. Na und? Ich bin fast fünfzig, da ist das eben so. Aus meinen Fältchen werden Falten. Na und? Jede einzelne von ihnen habe ich mir verdient – viele durch ärgerliches Stirnrunzeln und besorgtes Hochziehen der Augenbrauen, aber glücklicherweise viel mehr von ihnen durch Lächeln und Lachen. Ich habe keine Bikini-Figur. Na und? Wenn ich mir einen anziehe, ist meine Figur eine Bikini-Figur. (Das mache ich nicht, weil es bescheuert aussieht, aber wenn ich wollte, könnte ich. Und wer das nicht sehen will, muß mal kurz in eine andere Richtung schauen.).

Je älter ich werde, desto dankbarer werde ich – und ich glaube, das ist das wichtigste bei der ganzen Angelegenheit. Ich bin dankbar dafür, wie ich aufwachsen durfte, ich bin dankbar dafür, daß ich so werden konnte, wie ich heute bin, ich bin dankbar dafür, daß ich einen Partner gefunden habe, mit dem ich mittlerweile weit mehr als die Hälfte meines Lebens verbringe und mit dem ich auch den Rest dieser Zeit verbringen werde: wir passen einfach gut zusammen. Ich bin dankbar für mein Umfeld und dankbar dafür, daß ich in einer Gesellschaft leben darf, die mich so leben lässt, wie ich leben möchte.

Gelassenheit und Dankbarkeit: für mich die schönsten Seiten des Alterns.

 
Text für den Grabstein
einer (bunten) Kuh:
Sie fraß ihr letztes Gras,
bevor sie in selbiges biss















02.09.17

Regen bringt Segen


Guten Morgen.
Hier regnet es in Strömen und das wird wohl heute und morgen so bleiben. Ideales Bügel- und Aufräumwetter, ich habe gestern meinen Kleiderschrank ausgemistet und mich dabei endlich von vielen Altlasten getrennt.

Ja, auch vom legendären "blauen Kleid", das ich genau zweimal getragen habe und danach immer als Ansporn im Schrank hängen hatte: irgendwann würde ich es wieder tragen können...

Mittlerweile bin ich erwachsen genug, um einzusehen, daß ich es gar mehr tragen wollte, selbst wenn ich es könnte - das Ding hängt seit 1992 da. Keine Frage, es ist ein hübsches und zeitloses Kleid (der Vorteil der „Landhausmode“), aber es passt nicht mehr zu mir. Also raus damit.

So war es mit einigen Klamotten. Ich habe auch sehr viel weggegeben, das mir zwar aktuell passt, das ich aber schlicht nicht mehr haben will. Drunter waren viele Verzweiflungskäufe (irgendeine kurzärmelige Bluse in XXXL), die ich nie besonders gut leiden konnte. Blöder Stoff, doofes Muster, aber hauptsächlich weit genug geschnitten, um mich zu verhüllen.

Auch hier bin ich ein Stück klüger geworden: ich bin dick und das sieht man. Da ist es egal, ob ich mir eine überdimensionale Flatterbluse anziehe oder etwas, das enger anliegt. Also weg mit den Synthetik-Monstern.

Lediglich ein paar Riesenshirts aus Baumwolle dürfen eine zweite Karriere als Pyjama-Oberteile beginnen.

Alles andere habe ich fein säuberlich verpackt und sofort (!) in die Kolping-Container bei der Kirche gebracht. So bin ich gar nicht erst in Versuchung gekommen, das eine oder andere Teil wieder aus den Tüten rauszuholen, weil „is ja schad drum“ und „des hod amoi vui Geld kost’“… (im Hinterkopf habe ich immer die Stimme meiner Mutter gehört, die ihrerseits allein für sich einen sechstürigen Schrank mit Gewand füllt).

Danach hab ich mir noch einen Jux daraus gemacht, die verbliebenen Klamotten nach Farben zu sortieren: schwarz, blau, braun, orange, grün (wenig), lila und gemustert. Ich werde in diesem Leben kein Interesse mehr an Stil und Mode entwickeln, das ist einfach nicht meine Welt. Trotzdem ist diese neue Ordnung im Schrank sehr angenehm.

Noch dazu, wo ich einige Teile gefunden habe, die ich noch gar nie getragen habe.

Mal sehen, was ich heute mache, denn wie gesagt: es wird noch eine Weile weiter regnen und da gibt es noch ein paar Ecken im Kuhstall, die dringend aufgeräumt und ausgemistet werden müssen…

29.08.17

Selbstversuch - Fortsetzung


Tag 7) Montag
"unser" Weingut: www.tschermonegg.at


Gefrühstückt wie üblich: Tomaten, Gurken, Käse, Schinken, Eier, Milchkaffee, etwas Buttermilch… und dann noch ein paar Stückerl Ananas, wegen der segensreichen Enzyme.

Das Mittagessen ist ausgefallen, da meine Lieben noch unterwegs auf einer Wanderung waren und ich nicht hungrig genug, um mir im Buschenschank eine Jause zu bestellen. Wäre eh nicht der Mühe wert gewesen, da es wohl wieder auf einen Salat mit Käse hinausgelaufen wäre.

Zwischendurch gab’s einfach lecker Käffchen. Und dann hab ich mir das Knie verrenkt, als ich mich auf einen Stuhl gesetzt habe – das muß mir erstmal einer nachmachen! Eine „falsche“ Drehbewegung und das morsche Kreuzband hat mal wieder die Grätsche gemacht. Vermutlich hat es mir die vielen Treppenstufen vom Vorstag verübelt.

Die knappe Stunde Aqua-Gymnastik im Pool hat nicht wirklich viel geholfen, war aber trotzdem schön.

Abends gab es mal wieder Salat mit Backhendlstreifen und dazu ein Vierterl Wein. (hicks)


"mein" Pool

Tag 8) Dienstag, 21.08.17


Das heutige Weinberg-Frühstück bestand aus zwei Eiern, etwas Käse, Walnüssen und Brombeeren, sowie ein paar Tomaten und Schinken. Buttermilch (wenig) und Käffchen (viel) dazu.

Das Mittagessen fiel wieder aus, da wir schon für sechs Uhr einen Tisch fürs Abendessen bestellt hatten. So ein paar Stunden kann ich durchaus ohne Futter überleben, wobei ich es bemerkenswert finde, wie lange mein Frühstück vorhält. Um drei Uhr nachmittags noch kein Hunger, erst gegen vier, halb fünf hat sich ein leise knurrender Magen gemeldet. 

Abends gab es zur größten Überraschung wieder einen Salat, allerdings diesmal mit gekochtem Rindfleisch und Bohnen zwischen all dem Grünzeug. Und später ein „Abschiedsachterl“ Wein.



Tag 9) Mittwoch

Das vorletzte Frühstück in der Steiermark: ohne Schinken, dafür ein bißchen mehr Käse und zum Nachtisch etwas Ananas.


durch die Weinberge
Und da heute Ruhetag im Buschenschank ist und wir wieder um sechs Uhr zum Abendmahl schreiten (avec toute la famille), wird es wohl zwischendurch wieder nichts hinter die Krawatte geben außer ein paar Tässchen Kaffee und ein paar Runden im Pool.
Das Dinner war dann etwas fürnehmer gehalten, was die Lokalität anging. Das Essen war gut, aber längst nicht so sensationell, daß der Preis dafür gerechtfertigt gewesen wäre. Als Vorspeise habe ich mir gebratene Garnelen (3 Stück) mit Salat gegönnt und der Hauptgang waren dann „geröstete Eierschwammerl“, also quasi ein paar Bratkartoffeln mit Rührei und Pfifferlingen. Die Kartoffeln habe ich dem Jüngsten und meinem Holden vermacht, zum Essen nur Wasser getrunken und auf eine Nachspeise verzichtet.

Jetzt bin ich gespannt, ob und wann die Schwammerln in meinen Gedärmen für Radau sorgen oder ob ich diese Sorte in dieser Zubereitungsart vertrage. No risk, no fun…



Tag 10) 24.08.17 Donnerstag, Abreise


Zum letzten Mal das übliche Frühstück mit ohne Brot. Die Heimreise haben wir heil überstanden und weil niemand Hunger hatte, auch ohne Halt an irgendeiner Futterkrippe.

Als mich der Erstgeborene zum ersten Mal erblickt hat, hat er gesagt: „Hey, du hast abgenommen!“ Ich hätt ihn küssen können (auch wenn er ein paar meiner Pflanzen hat vertrocknen lassen).

Zum Abendessen werde ich mir noch ein paar Tomaten, etwas Gurke und Thunfisch in einer Schüssel zusammenschmeißen und es Salat nennen.

Auf das Zwischenergebnis meines Selbstversuchs bin ich gespannt, bevor wir morgen Früh zur zweiten Etappe aufbrechen. A propos „gespannt“: der Jeansrock, der am Bauch immer ziemlich gespannt hat, sitzt nicht mehr so stramm… 



Tag 11) Weiterfahrt nach Italien


Das Zwischenergebnis fiel sehr zufriedenstellend aus und hat mich zum Weitermachen motiviert. Zur Erinnerung: Italien, das Land der Pizza und Pasta (wenn auch nur für ein Wochenende)…

Zum Frühstück ein Stück Käse und als Reiseproviant das Eichhörnchen-Sortiment Nüsse und später unterwegs ein paar Gabeln Rührei mit Schinken von meinem Liebsten gemopst. Um Mißverständnissen vozubeugen: er war schon satt und hat es mir freiwillig überlassen.

Nach der Ankunft habe ich in einem kleinen Restaurant ein paar gegrillte Calmares mit Salat gegessen und später am Abend auf der Piazza einen herrlichen, eiskalten Gin Tonic geschlürft. Dazu gab es eine in Tomaten geschmorte und mit Käse überbackene Portion Aubergine und ich habe es geschafft, sowohl das Weißbrot, als auch die Grissini zu übersehen.



Tag 12) Samstag in Brescello 
die berühmte Kirche von Don Camillo


Das italienische Hotelfrühstück ist eine eher unspektakuläre Angelegenheit (besonders im Vergleich mit den herrlichen Buffets der letzten Woche), aber der Vorteil „meiner“ Methode ist, daß ich damit trotzdem etwas anfangen konnte: ein bißchen Schinken, Käse, ein Ei und dazu Kaffee. Fertig.

Die „kleine Welt des Don Camillo“ ist wirklich klein. Wir haben alle Sehenswürdigkeiten und Drehorte besichtigt und waren damit vor dem Mittagessen fertig. Wer mein Schneckentempo kennt, kann sich ausrechnen, wie weit alles auseinanderliegt…

Mittags auf der Piazza einen frischen Salat mit Mozzarella, Thunfisch und Mais, wieder ohne Brot. Dann sind wir aus der Hitze (35°C im Schatten!) ins Hotel geflüchtet und erst am frühen Abend wieder aufgebrochen, die letzten beiden Museen abklappern.

Danach gab es für die anderen Pizza und für mich gegrillte Gamberinos mit Zucchini und Auberginen.



Tag 13) Heimreise, die zweite


Zum Frühstück wieder das sparsame „italienische Gedeck“ mit ohne Brot. Ein paar Tomaten dazu wären toll gewesen, aber es ging auch so.

Dann sind wir auf einer gigantischen Rückreisewelle am Gardasee vorbei über den Brenner gesurft und hatten das große Glück, daß wir vor dem riesigen Stau durchgekommen sind, der sich später auf der Strecke gebildet hat.

Weil niemand so richtig Hunger hatte und wir so viel Strecke wie möglich machen wollten, haben wir uns auf eine kleine Pinkelpause beschränkt. Als kluge Hausfrau habe ich beim Zwischenstopp am Donnerstag einiges eingekauft, um am Sonntag nicht vor einem leeren Kühlschrank zu stehen.

Also habe ich mir direkt nach der Heimkehr erstmal einen schönen Salat geschnippelt (Tomaten, Gurke, Rest Harzer Käse, etwas Thunfisch), während sich die anderen Stullen gemacht haben.

Abends wurde der Lieferservice bemüht und ich habe mich auf Tofu mit Gemüse beschränkt.



Tag 14) Fazit


Doch, ja, kann sich sehen lassen: ich bin drei Kilo leichter als bei der Abreise.
Damit wäre (erneut) der Beweis erbracht, daß man (ich) im Urlaub abnehmen kann, wenn ich unauffällig ein paar Kohlenhydrate weglasse. Ich hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl, mir würde etwas entgehen. Obwohl… lasst mich nicht lügen: die Pizza am Samstagabend war schon sehr verlockend.

28.08.17

Abnehmen für Wiederkäuer (Folge 428)


Selbstversuch, zum vierten:
Kann man (ich) im Urlaub abnehmen?


Versuchsort 1: Südsteiermark, in den Weinbergen
Versuchsort 2: Norditalien, im Dorf von Don Camillo

Versuchsperson: mal wieder ich selbst, natürlich
Versuchszeitraum: 17. bis 27.08.17
Startgewicht: viele Kilo
Zielgewicht: weniger viele Kilo


... so weit das Auge reicht - und weiter
Wir sind wieder im Land, in dem Kernöl zu den Getränken zählt und in dem einen die Backhendln nur so um die Ohren flattern. Mein Startgewicht vor Reisebeginn spottet jeder Beschreibung; ich habe meinen eigenen Weltrekord gebrochen. Ja natürlich den nach oben, würde ich sonst hier schreiben?

Ein paar Tage vor dem Urlaub habe ich wieder damit angefangen, die Anzahl der Mahlzeiten von zwölf auf drei zu reduzieren, dabei auf die Kalorien zu achten und die meisten Kohlenhydrate wegzulassen. Das funktioniert erfahrungsgemäß ganz gut bei mir.



Tag 1) 16.08.17 Mittwoch, Anreise


Um halb zehn waren wir reisefertig, aber dann hat das Auto schlappgemacht und bis der Schaden behoben war, war es halb zwölf.

In weiser Voraussicht habe ich eine Banane gegessen: gut für die Nerven.

Irgendwann am frühen Nachmittag waren wir erst auf halber Strecke und haben einen Schachterlwirt aufgesucht. (Normalerweise fahren wir bei diesen Fahrten bei der „Landzeit“ vorbei, aber das kostet das dreifache und dauert viermal so lang… und wir wollten ja endlich mal ankommen!)

Ich habe mir artig einen Salat mit Hähnchenfilet bestellt. Selbiges war nicht pur, sondern hatte eine dünne Panade drum herum. So viel also zu „keine Kohlenhydrate“. Da ich selten vor Ort esse, komme ich nicht oft in den Genuß von frischen, heißen Pommes. Aber da lagen sie nun vor mir den Kindern und ich habe mir eine kleine Portion zu meinem Salat gegönnt. Später habe ich mir auch noch ein paar Nuggets von einem der Kinder ausgeliehen, weil noch Grünzeug übrig war – und weil ich Lust darauf hatte.

Nach der Ankunft auf dem Weinberg habe ich ein bißchen im Pool geplantscht, aber das war so lahm und so kurz, daß ich es bei aller Liebe nicht als sportliche Betätigung anrechnen kann.

Zum Abendessen haben wir eine Wirtschaft in Slowenien aufgesucht, wo ich mich auf den ersten Blick in die Speisekarte in gegrillte Calamares verliebt habe. Statt Reis habe ich Gemüse dazu bestellt (gebratene Paprika- und Zucchiniwürfel, primstens) und da ich weder Vor-, noch Nachspeise hatte, bei keinem anderen Familienmitglied probiert habe und außer Wasser nur einen halben Schluck Magenbitter nach dem Essen hatte, war diese Mahlzeit durchaus im grünen Bereich.



Tag 2) Donnerstag


O je, das Frühstücksbuffet hier… immer noch, immer wieder eine Schau!

Ich habe mich trotzdem auf Schinken und Käse beschränkt, dazu etwas Rohkost (Gurke, Tomate, Karotte, Kohlrabi) und Ei. Natürlich hatte ich mehrere Sorten Schinken und diverse Käsehäppchen inkl. Quark auf meinem Teller und so hatte ich nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Dazu gab es Kaffee mit Milch – ohne den komm ich morgens nicht in die Gänge.

Wenn ich will, komme ich gut ohne Marmeladensemmeln und Müsli zurecht.

Dieses rustikale, fett- und eiweißreiche Gabelfrühstück hält ein paar Stunden vor.

Während die anderen beim Wandern waren und danach bei der größten Mittagshitze im Pool unterwegs, habe ich mich gemütlich auf die Terrasse in den Schatten gesetzt, etliche Gläser Wasser getrunken und an ein paar Projekten gearbeitet.

Später gab es einen kleinen Imbiss: einen Salat aus Grünzeug und Tomaten, angemacht in der hier üblichen, herrlichen Kernöl-Balsamico-Marinade und veredelt mit Kürbiskernen und Frischkäse. Kein Brot dazu, nur einen Schluck Wein gekostet.

Als die Sonne nicht mehr ganz so stark gebrannt hat, bin ich eine halbe Stunde lang ins Wasser. Im Tantentempo (noch langsamer, und ich wäre rückwärts geschwommen) gemächlich durchs Becken, das reicht für jemanden mit einem Fitnesslevel von minus acht fürs erste.

Das Abendessen bestand aus dem obligatorischen Blattsalat in Kernöl mit Backhendlstreifen und später musste ich mit unseren Hausleuten noch ein „Begrüßungsachterl“ Weißwein trinken.



Tag 4) Freitag… siehe Donnerstag


Der Tag war (essenstechnisch) eine Kopie des Vortages: das ging schon beim Frühstück los mit Ei, Schinken, Käse, etwas Räucherfisch, Joghurt und dazu Milchkaffee.

Das hat eine lange, anstrengende Wanderung durchs Freilichtmuseum angehalten, bei der ich in großer Hitze sehr viel marschiert bin. Zurück im Quartier als Nachmittagsimbiss wieder den „Sommersalat“ und anschließend eine Stunde lang im Pool herumgetobt.

Abends Backhendl-Salat, allerdings in einer anderen Wirtschaft und darum nicht ganz so lecker. Die Alternative wäre ein Grillbuffet gewesen, aber ich kenne mich gut genug um zu wissen, daß ich dabei vermutlich über die Stränge geschlagen hätte.



Tag 5) Samstag


Zum Frühstück die total verrückte Abwechslung: ich habe zwei (!) Eier gegessen, außerdem etwas Obst (Beeren und Melone) plus das übliche Schinken-Käse-Tomaten-Ensemble, das sich immer auf meinem Teller einfindet. In moderaten Mengen, möchte ich anmerken.

Das Mittagessen ist ausgefallen; zuerst waren wir unterwegs und danach hatte niemand so richtig Hunger. Stattdessen habe ich mich wieder eine Stunde lang ausführlich im Pool bewegt. Während die anderen später Kekse und Müsliriegel gefuttert haben, um die Zeit bis zum Abendmahl zu überbrücken, habe ich viel Wasser und ein Käffchen getrunken und tatsächlich erst eine Weile nach fünf richtig Hunger bekommen.

Der Abendsalat kam mit gegrillter Pute daher und ich hoffe, daß das reichlich darauf verteilte Dressing tatsächlich auf Joghurt basierte, sonst wäre der „Fitnessteller“ nämlich kompletter Murks gewesen.


Tag 6) Sonntag, 20.08.

Stairway to heaven...
und das ist nur der OBERE Teil der Stufen
Morgens etwas Räucherlachs mit Gurke, Frischkäse mit Tomaten, zwei Eier, etwas Buttermilch - und weil ich so Lust darauf hatte, ein paar Ananaswürfel.

Mittags den üblichen Fitness-Salat, dieses Mal hoch droben südlichsten Punkt der Steiermark und nachdem ich zuvor eine gute Stunde in der größten Hitze durch Maribor gelatscht bin. Nach dem Essen sind wir die gefühlt fünfhundert Stufen zur Heilig-Geist-Kirche hochgekraxelt, das hat ganz gut funktioniert und kann als Fitnessprogrammpunkt angerechnet werden.

Abends aus Versehen ein bißchen zu tief ins Weinglas geschaut. Das kommt vor, wenn man auf einem Weinberg Ferien macht. Gegessen habe ich Schafskäse süß-sauer (mit reichlich viel Apfel-, Birnen- und Zwetschgenstücken) und ein paar Käferbohnen mit Schinken.

 

… Fortsetzung folgt